Wechseljahre bei Männern

Die Wechseljahre beim Mann…

…das ist ein Thema, über das man(n) nicht gerne spricht. Wechseljahre beim Mann bedeuten – genau wie bei der Frau – eine hormonelle Veränderung. Es ist nachgewiesen, dass es diese hormonelle Veränderung bei manchen Männern gibt. Die Bildung von Geschlechtshormonen (vor allem Testosteron, aber auch DHEA (Dehydroepiandrosteron) und DHEAS (Dehydroepiandrosteronsulfat)) nimmt ab. Gleichzeitig steigt der Sexualhormon-bindende Globulin-Spiegel an. Eine Absenkung des Somatotropin-Spiegels (ein Wachstumshormon) konnte ebenfalls beobachtet werden. Das Ergebnis der Abnahme der männlichen Sexualhormonen ist z.B. eine verminderte sexuelle Aktivität. Darin dürfte zu einem Großteil auch der Grund liegen, warum sich Männer mit diesem Thema so schwer tun – denn wer möchte schon zugeben, dass er Probleme mit seiner Potenz hat…

Anders als bei Frauen geht diese Veränderung beim Mann langsam vonstatten. Frauen unterliegen innerhalb kurzer Zeit einer drastischen hormonellen Veränderung, was sich dann u.a. in Hitzeschüben („fliegende Hitze“) und Stimmungsschwankungen ausdrücken kann. Beim Mann zieht sich dieser Prozess über Jahrzehnte. Deshalb sind auch die körperlichen Veränderungen nicht so deutlich sichtbar, denn sie kommen schleichend. Zudem ist es so, dass diese hormonellen Veränderungen großen individuellen Unterschieden unterliegen. Bei einem Mann lässt sich die oben beschriebene Veränderung deutlich feststellen, andere hingegen unterliegen keinen oder kaum messbaren Veränderungen.

Das Thema ist aber nicht nur in der männlichen Gesellschaft, sondern auch in der Wissenschaft umstritten. Viele Experten sind der Meinung, dass Symptome wie depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und Erektionsprobleme auf andere, krankhafte Ursachen zurückzuführen sind, und nichts mit dem natürlichen Alterungsprozess bzw. den Wechseljahren beim Mann zu tun haben.

Grundsätzlich werden den männlichen Wechseljahren die folgenden Symptome zugeordnet:

  • Erektionsprobleme, allgemein verminderte Libido (Lust) und verringerte Sexualfunktion
  • Rückgang der Muskelkraft
  • Zunahme des Bauchfetts
  • Verringerung der Knochendichte, Probleme mit den Gelenken
  • Nachlassende Spannkraft der Haut, Hauttrockenheit und Haarveränderungen
  • Nachlassendes Gedächtnis, Konzentrationsmangel
  • Verringerte Leistungsfähigkeit
  • Nachlassende Stressresistenz
  • Depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit

Eine Diagnose der männlichen Wechseljahre gestaltet sich schwierig. Zum einen, da – wie oben geschrieben – viele Mediziner eine andere Meinung vertreten und die Symptomatik anderen Krankheiten zuordnen. Zum zweiten, da das Thema auch bei den Ärzten noch nicht wirklich bekannt ist und viele – auch wenn sie dem Thema „Wechseljahre beim Mann“ nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen, die verschiedenen Symptome nicht in Zusammenhang bringen oder falsch deuten. Und zum dritten natürlich, da das Thema auch in der Gesellschaft noch gar nicht angekommen ist und auch deshalb eine entsprechende Aufklärung fehlt.

Was kann man tun, wenn man als Mann glaubt, in den Wechseljahren zu sein?

Natürlich sollte man sich mit einem Arzt besprechen. Allerdings sollte man darauf achten, dass dieser sich zumindest schon einmal grundlegend mit dem Thema „Wechseljahre bei Männern“ befasst hat (das kann man einfach erfragen). In schlimmeren Fällen kann der Arzt z.B. die Symptome mit einer Hormonbehandlung eindämmen. Auch eine Paarberatung kann man ins Auge fassen, denn für den Partner ist diese Veränderung oft auch nicht ganz einfach und kann in einer Beziehung durchaus zur einer Krise führen.

Was man auf keinen Fall tun sollte, sich selbst zu diagnostizieren und zu behandeln. Auch potenzsteigernde Mittel sollte man auf keinen Fall selbst besorgen und einnehmen, ohne sich vorher mit einem Arzt besprochen zu haben – potenzsteigernde Mittel können ernsthafte Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben!


Wie steht es mich euch? Kennt ihr das Problem „Wechseljahre“? Habt ihr selbst Erfahrungen? Wie geht ihr damit um?