Futter für’s Hirn – wie schreibt man guten Content

Wie schreibt man guten Content?Vor kurzem habe ich den Artikel „Geld verdienen im Internet – bezahlte Artikel schreiben“ veröffentlicht. Und da dachte ich mir es wäre keine schlechte Idee, sich Gedanken über das Thema „interessante Inhalte“ zu machen. Denn eine der derzeit aktuellsten Fragen im Bereich Content-Marketing lautet:

Wie schreibt man guten Content?

„Schreibe gute Inhalte“ – selten habe ich einen Satz so oft gehört wie in den letzten Monaten. Klar, seit die Google-Viecher den SEOs das Leben schwer(er ;-)) machen, ist Content-Marketing eines der TOP-Themen. Und ja, es ist natürlich richtig – und auch wieder nicht.

Content ist wichtig, unbestritten. Aber nicht jeder gute Content ist guter Content. Ich habe mich mal hingesetzt, die Beine hochgelegt, eine Tasse Kaffee in die Hand genommen, die Sekretärin in den – halt, ich hab ja gar keine. Egal. Also Kaffe, aber dafür mit Milch und Zucker. Und dann habe ich mir Gedanken über genau diese beiden Fragen gemacht:

  • Was macht eigentlich guten Content aus?
  • …und wie schreibt man gute Inhalte?

Fragen, die mitten in’s Herz eines jeden SEO und Content-Marketeers zielen.

Beginnen wir mit Frage 1:

Was macht eigentlich guten Content aus.

Bei einer Frage in die Runde bekomme ich sofort die üblichen Verdächtigen zurück:

  • Er muss „wertig“ sein (was immer darunter zu verstehen ist ;-))
  • Er muss rocken (philosophische Frage hinterher: Wenn der Inhalt für Männer wäre – müsste er dann „hosen“? Kleiner Gedankenausflug – nicht so wichtig…)
  • Er muss dem Nutzer einen Mehrwert bieten (ist das vielleicht „wertig“?)
  • Bilder – da müssen Bilder rein
  • Und Videos
  • Er muss interessant geschrieben sein (definiere er „interessant“, bitte)

Jaaahaaa. Soweit korrekt, oder? Aber ist das alles? Irgend etwas fehlt mir hier. Leidenschaft. Liebe. Begeisterung. Sowas in der Richtung. Wäre doch cool, oder?

Frage: Wie liest sich ein Text, der geschrieben wird, weil er geschrieben werden muss. Vielleicht, weil es ein Auftrag ist und der Autor dafür bezahlt wird (sein Name wird nirgendwo auftauchen, also schnell hinrotzen und dann ab zum Einkaufen. Den Rührpudding nicht vergessen. Oh, und das Toilettenpapier…). Oder er wird von jemandem geschrieben, der fachlich eigentlich gar nicht dazu in der Lage ist und versucht, sich irgendwie um das eigentliche Thema herumzudrücken?

Was ich damit sagen will: Man merkt einem Text an, ob er mit Leidenschaft, mit Feuer, mit Begeisterung geschrieben wurde. Und natürlich mit dem fachlichen Background. Man merkt einem Text aber auch an, wenn da nicht wirklich viel dahinter steckt. Deshalb lerne das Thema, über das du schreibst zu lieben. Sei emotional. Sei authentisch. Es ist wichtig. Und wenn du es schaffst, dass deine Leser nach einem Text über die Grundsätze des strategischen Online-Marketings Rotz und Wasser heulen, dann bist du definitiv der King of Content  😉

Nicht labern

Ein weiterer, in meinen Augen wichtiger Punkt: Rede nicht um den heißen Brei. Wenn deine Leser heiße Luft brauchen, lesen sie Klatschblätter. Liefere ihnen, was du versprochen hast. Und zwar auf den Punkt, nicht erst nach 5 Einführungsschleifen.

Sei ehrlich: Wenn du Infos über die Fortpflanzungsgewohnheiten südamerikanischer Nacktschnecken suchst und auf eine Website zu diesem Thema landest, die sich aber zunächst über 5 DIN A 4-Seiten über die Fressgewohnheiten dieser Spezies verbreitet, um die Fortpflanzung in einem kurzen Satz am Ende abzufrühstücken – was denkst du dann? Welcher Hirnzwerg hat denn das verbrochen?  – oder so ähnlich. Klar. Die von dir gewünschte Info ist quasi nur in atomaren Anteiligkeiten vorhanden und auch erst nach einer Textodyssee erreichbar.

Deshalb: Raus mit der Sprache. Du kannst dich gerne auslassen, Zusatzinfos sind gerne gesehen – aber zum Thema bitte. Kurz, knackig und NEU! Was andere schon 100x irgendwo geschrieben haben, interessiert uns auch nicht mehr…

Hoffentlich weißt du, was du schreibst.

Auch das ein wichtiger Punkt. Nicht abschweifen und schwammig werden. Mach dir vorher Gedanken, was du schreiben möchtest. Sei dir klar über Inhalt und Ziel deines Textes. Mach dir einen Plan (gerne auch im Kleinhirn) und arbeite ihn ab. Wer erst während des Schreibens darüber nachdenkt, was er eigentlich sagen und schreiben möchte, wird keinen guten Text zustande bringen.

Sei kritikfähig

Wenn du zunehmend bessere Texte schreibst, wirst du in gleichem Maße feststellen, dass dich deine Leser verlinken und auch kontaktieren. Sie kommentieren und diskutieren. Und möglicherweise kritisieren sie auch. Sei offen und versuche, die Kritik objektiv zu betrachten. Vielleicht gibt es da draußen Menschen, die tatsächlich Recht haben könnten. Nimm berechtigte Kritik an und arbeite an dir. Verbessere dich. Irgendwann sind Kafka, Mann und Tolstoi legasthenische Weisenknaben gegen dich.

Mach deine Leser glücklich

Tatsächlich ist es möglich, durch deinen Schreibstil Einfluss auf das Wohlbefinden deiner Leser zu nehmen. Wenn sie langweiligen Kram lesen, werden sie anschließend nicht besser drauf sein. Rüttle sie auf! Sei innovativ. Errege sie (nicht falsch verstehen! :mrgreen:). Wenn Leute nach dem Lesen deiner Artikel mit einem seligen Lächeln auf dem Gesicht ermattet in die Polster ihres Arbeits-Fauteuils sinken – dann hast du es geschafft. Brenne dich und deinen Stil in die Hirnrinde deiner Besucher. Mach sie süchtig. Schreibstil-Junkies. Sie werden es dir durch immer neue Besuche danken!

Be simple

Soll jetzt nicht im Sinne einer deutschen alten Redensart („Du alter Simpel“) verstanden werden. Was ich meine ist Einfachheit. Damit habe ich selbst immer wieder Probleme, ich spiele gerne mit der Sprache. Merkt man? Ok, ich nehme die Kritik an und werde an mir arbeiten…   😎
Kurze Sätze. Leicht verständliche Formulierungen. Ein Blogbeitrag ist keine Habilitation (Definition lt. Wikipedia: Die Habilitation ist die höchstrangige Hochschulprüfung in Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und einigen osteuropäischen Ländern, mit der im Rahmen eines akademischen Prüfungsverfahrens die Lehrbefähigung (Facultas Docendi) in einem wissenschaftlichen Fach festgestellt wird). Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen 😀

Gib deinen Lesern eins auf’s Auge

Natürlich nur im übertragenen Sinn. Arbeite mit visuellen Inhalten. Erstelle Tabellen. Charts. Arbeite mit Bildern und Videos. Sorge für eine gute Struktur, arbeite mit Aufzählungen, stelle Daten ordentlich dar. Es ist viel einfacher für das menschliche Auge, aufgelockerte Texte und strukturierte Daten zu erfassen.

What else? Nun, einer geht noch…

Blicke über den Tellerrand

Versuche, dein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Ziehe unterschiedliche Ansätze heran und gehe auf sie ein. Entwickle neue Sichtweisen. Präsentiere deinen Lesern neues, interessantes, gerne auch witziges (wenn angemessen – eine humoristische Betrachtung der neuesten Einäscherungstechniken für Feuerbestattungen wäre vielleicht etwas – naja…). Erzähle von deinen Erfahrungen und lass deine Leser teilhaben. Gib deinen Lesern Gelegenheit, eigene Ansichten zu entwickeln. Sei objektiv. Gib Impulse. Stelle Thesen auf. Diskutiere kontrovers. Fordere deine Leser heraus. Mach sie glücklich, ärgerlich, traurig, nachdenklich. Mach sie stinksauer. Mach sie total happy. Wecke Emotionen!

2017-11-24T13:38:22+00:00 Geld verdienen|0 Kommentare

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